Der Straßenverkehr auf Phuket – Die Probleme einer Touristeninsel

Verkehrschaos in Bangkok Phuket

Stau in Bangkok – Geht Phuket in die selbe Richtung?

 

 Verkehr, Verkehr, Verkehr – großes Chaos auf Phuket

Wenn es ein Problem auf Phuket gibt, das in den letzten Jahren wirklich massiv geworden ist, dann ist es der Verkehr.

In den letzten Jahren ist die Zahl der Autos, Minibusse, Reisebusse und LKW´s auf der Insel dramatisch gestiegen. Leider wurde die Infrastruktur (noch) nicht im gleichen Masse ausgebaut.

Besonders im Süden der Insel, d.h. ab dem Heroines Monument ist der Verkehr zu einem echten Problem geworden. Zur Rush Hour staut sich hier der Verkehr kilometerlang. Die überforderte Verkehrspolizei trägt einen großen Teil dazu bei, die Situation zu verschlimmern. Durch wirklich idiotische Umleitungen versuchen sie den Verkehr zu regeln und erreichen genau das Gegenteil.

Während es vor einigen Jahren noch 40 Minuten mit dem Auto von Chalong zum Flughafen dauerte, kann es nun in der Rush Hour auch mal 90 Minuten dauern.

Als deutscher Großstädter mag das als Luxusproblem erscheinen, aber mit dem steigenden Verkehrsaufkommen kommen weitere Probleme hinzu.

 1. Unfälle

Es ist ja allgemein bekannt, dass es im thailändischen Strassenverkehr häufig zu Unfällen kommt. Doch besonders der dichte Verkehr und das rücksichtslose Fahren vieler Thais, die es nicht besser wissen und der Farangs, die meinen sich alles erlauben zu können, sorgen für Gefahr. Dazu kommt der freizügige Umgang mit Alkohol am Steuer und schon hat man eine tödliche Mischung auf der Straße.

Unfälle zu sehen ist in Phuket an der Tagesordnung. Besonders für Mopedfahrer verlaufen diese oft sehr schwer bis tödlich.

Das ist natürlich kein reines Phuket Problem, sondern ein Thailandweites. Thailand ist weltweit mit fast 30.000 Verkehrstoten im Jahr die Nummer 2!

2. Road Rage

Der zunehmende Verkehr sorgt für ein immer aggressiveres Verhalten auf der Straße. Massives Auffahren, bis hin zum Versuch andere Fahrzeuge von der Straße zu drängen nehmen zu. Die Fälle von körperlichen Übergriffen auf Fahrer, die es wagen auf das eigene Fehlverhalten hinzuweisen steigen ebenfalls. Viele Thais mögen es scheinbar gar nicht, wenn sie angehupt werden.

 3. Schlechte Strassen

Besonders in der Regenzeit verschlechtern sich die Straßenverhältnisse massiv. Besonders auf vielbefahrenen Nebenstraßen bricht der Asphalt auf und der Untergrund wird durch den Regen ausgewaschen. Metergrosse Löcher sind die Folge. Diese führen wiederum zu einer Häufung von Unfällen.

 4. Übertriebene Taxipreise

Die Taxipreise sind im thailändischen Vergleich die höchsten des Landes. Besonders in Patong ist dies bei den TukTuk Fahrern zu spüren. Da es dort viel zu viele Fahrer gibt hat die Mehrzahl nur ein bis zwei Fahrten am Tag. Um dennoch auf ihren Verdienst zu kommen verlangen sie exorbitante Summen selbst für kurze Strecken. 600 Baht für 5 Minuten Fahrt sind keine Seltenheit.

Zudem reagieren die Fahrer teilweise sehr aggressiv, wenn die übertriebenen Preise angezweifelt werden.

Hier findest du einige Tipps zum sicheren Taxifahren auf Phuket.

 

 Gründe für die massive Zunahme des Verkehrs

Es gibt v.a. 2 Gründe für die drastische Zunahme des Verkehrs auf Phuket

 1. Keine öffentlichen Verkehrsmittel

Durch Korruption und mafiöse Strukturen schaffen es die Taxifahrer seit Jahren den überfälligen Ausbau eines öffentlichen Nahverkehrs auf Phuket zu verhindern. Dadurch sind sowohl die Thais, als auch die hier lebenden Ausländer auf eigene Fahrzeuge oder Tuk Tuks angewiesen.

 2. Der steigende Wohlstand

Viele Thais sind durch den Tourismus und den Verkauf von Land und Immobilien zu Geld gekommen. Mit steigendem Wohlstand steigt automatisch die Zahl der Besitzer von Autos. Selbst diejenigen, die sich eigentlich kein Auto leisten können werden durch Aktionen der Autohändler und sogar durch Steuernachlässe für Erstkäufer zum Kauf bewegt.

3. Mehr chinesische & russische Touristen

Während früher vor allem europäische Urlauber nach Phuket kamen sind es heute zunehmend Chinesen. Im Gegensatz zu den in kleinen Gruppen oder alleinreisenden Westlern kommen die Chinesen in großen Reisegruppen. Diese werden dann in Reisebüros über die Inseln kutschiert. Diese Busse sind auf den Hauptstraßen allgegenwärtig.

 Stört der Verkehr beim Urlaub machen?

Für die meisten Urlauber ist der Verkehr auf Phuket eher eine Randerscheinung, die bei der Urlaubsplanung eine geringe Rolle spielt. Der Verkehr ist auffällig, bei der Fahrt vom Flughafen zum Hotel oder beim ein oder anderen Ausflug. Wenn es dabei mal 30 Minuten länger dauert spielt es im Urlaub eher kein Problem.

Wer allerdings hauptsächlich zum Tauchen nach Phuket kommt und zB in Patong wohnt, der wird morgens und abends im Stau stehen. Denn die Tauchboote legen alle auf der anderen Seite der Insel ab. Da lohnt es sich ein Hotel in der Nähe von Chalong zu wählen. Gleiches gilt ganz grundsätzlich für die Wahl des Hotels. Wer viele Bootsausflüge und Touren auf der Insel machen möchte sollte nicht zu weit im Norden buchen, denn von dort sind die Wege zu den Attraktionen im Süden sehr weit.

Weitere Tipps zur Wahl des richtigen Strandortes für den Urlaub gibt es hier

Fazit:

Für die meisten Urlauber spielt der Verkehr, zu dessen Entstehung sie ja ebenfalls einen Teil beitragen eine eher untergeordnete Rolle, wenn man von den Flughafentransfers und gelegentlichen Ausflügen absieht.

3 Kommentare
  1. helge kropp
    helge kropp says:

    wir hatten einen Mietwagen und können Ihre Erfahrungen nicht bestätigen. Die Strassen – selbst in Patong – waren ohne grösseren Stau stressfrei befahrbar. Aggressives Fahrverhalten haben wir in
    12 Tagen mit einer Kilometerleistung von ca. 1.500 km nicht ein einziges Mal beobachten können. Die digitale Umschaltanzeige an Ampeln, die niedrigen Benzinpreise mit Bedienung, das höfliche und unaufdringliche Auftreten der Thailändischen Polizei helfen einen Urlaub entspannt zu geniessen.
    Vorsicht ist allein geboten wenn einige “ Farang “ im Strassenverkehr sich den Gegebenheiten nicht anzupassen wissen.
    Die Strecke Patong zum Flughafen war stets in ca. 40 Minuten problemlos und stressfrei möglich.
    Selbstverständlich darf man sich „trauen“ selbst zu fahren. Erst als Selbstfahrer kann man die Insel Phuket wirklich erkunden und findet dann auch die weniger bekannten und traumhaften menschenleeren Strände.

  2. Sebastian
    Sebastian says:

    Hallo Helge,
    Vielen Dank für den Kommentar!
    Ich freue mich sehr, dass ihr einen schönen Aufenthalt hattet und das es keinerlei Probleme im Strassenverkehr gab. Das ist nicht unbedingt selbstverständlich, spricht aber dafür, dass nicht immer alles so schlecht ist, wie es gerne geredet wird.
    Man muss ganz klar sagen, dass die Erfahrung die man mit dem Verkehr in Thailand macht, von der Jahreszeit und der Tageszeit macht abhängen. Besonders zur absoluten Hochsaison im Dezember und zu den Rush Hour Zeiten morgens und abends ist der Verkehr sehr dicht und es kommt zu langen Staus. Das ist besonders um die Central Kreuzung und von Kathu nach Patong und umgekehrt der Fall.

    Von Patong zum Flughafen hat man normalerweise kaum Stauprobleme, da man bereits nörlich der Centralkreuzung ist, die einer der Hauptstaupunkte ist.

    Die Anzeigetafeln an den Ampeln finde ich ebenfalls klasse und mit der Polizei hat man, wenn man sich an die Regeln hält auch keine Probleme.

    Meine Meinung im Artikel basiert aus der Sicht meiner langjährigen Erfahrung auf Phuket. Ich habe einfach die Entwicklung gesehen. Vor einigen Jahren war die Zahl der Autos um ein vielfaches kleiner. Entsprechend gab es keine Staus, die Benzinpreise waren etwa die Hälfte von heute etc…

    Das Selbstfahren auf jeden Fall der einzige Weg ist um die Insel zu erkunden und die Taxipreisen zu umgehen steht ausser Frage.

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Kosten zu geben. Besonders auch, da ich über den Strassenverkehr und Taxifahrer bereits einen eher negativen Artikel geschrieben […]

Kommentare sind deaktiviert.