Kurze Geschichte von Phuket

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Historisches Gebäude im sino-portugiesischen Stil

Die Geschichte von Phuket im Überblick

Die meisten Besucher kennen Phuket als reine Urlaubsinsel mit schönen Stränden und warmen Meer. Der Tourismus hat Phuket zur reichsten und teuersten Provinz in Thailand gemacht. Möchte man meinen. Und auch wenn das stimmt, so war Phuket auch vor der Entwicklung zum touristischen HotSpot bereits die reichste Provinz Thailands.

Kaum einer der Besucher weiß etwas über diese Vergangenheit und die wenigsten kommen mit dieser Geschichte in Berührung. Doch auch heute noch sind die Spuren des alten Phuket zu finden…

Erste Erwähnung von Phuket

Die Insel Phuket war vor einigen Millionen Jahren wohl noch Teil des Festlandes, der als Kap ins Meer ragte. Durch Erosion wurde dieses Kap schliesslich vom Festland getrennt. Dieses Kap wurde wohl schon vom griechischen Philosophen und Seefahrer Ptolemäus erwähnt, der in einem im 2.Jh. nach Chr. veröffentlichten Buch davon sprach. Das Kap, das Junk Ceylon genannte wurde diente den Seefahrern als Schutz vor Stürmen, bei der Überfahrt zur malayiischen Halbinsel.

Junk Ceylon entstammt aller Wahrscheinlichkeit nach dem malayischen Ujang Telong, Ujang bedeutet „Halbinsel“, Telong „Kap“.

Die Einwohner lebten damals vorwiegend im nördlichen Teil der Insel, die sie Thalang nannten. Noch heute heißt der nördliche Teil der Insel Thalang und ist ein Distrikt der Provinz Phuket.

Streit um den Zinnhandel

Im 17. Jahrhundert blühte der Handel mit Zinn auf, der auf und um Phuket in großen Mengen vorkam. Die aufstrebenden Kolonialmächte Frankreich, England und Holland hatten alle großes Interesse daran den Zinnhandel auf der Insel zu bestimmen und ihre koloniale Vormachtstellung in der Region zu verstärken.

Um 1680 wurde dem siamesischen König Narai der Einfluss der Engländer und Holländer offenbar zuviel und so ernannte er den französischen Missionar Rene Charbonneau als Governeur der Insel. Einen Posten den er bis 1685 innehatte. Im gleichen Jahr bestätigte König Narai das französische Monopol auf den Zinnhandel. Doch nur wenige Jahre später, 1688, wurden alle Franzosen aus dem Königreich Siam verbannt. Grund hierfür war die siamesische Revolution in der Königsstadt Ayuthaya bei der König Narai gestürzt wurde. Einigen seiner Gefolgsleute war sein freier Umgang mit den ausländischen Kolonialmächten wohl zuviel geworden.

Im darauf folgenden Jahr versuchten die Franzosen noch einmal die Vorherrschaft auf Phuket zrück zu erobern, scheiterten aber und zogen sich schliesslich zurück.

Angriff der Burmesen

Nicht nur Ayuthaya wurde regelmäßig von den Burmesen angegriffen auch Phuket war öfters Ziel.

Phuket Heroines Monument Muk und ChanIm Jahr 1785 wurde Phuket von einer großen, zahlenmäßig überlegenen Streitmacht der Burmesen angegriffen. Doch Francis Light, ein Kapitän der British East India Company sah die Angreifer vom Schiff aus und warnte die lokalen Behörden vor dem Angriff.
Chan, die Frau des kürzlich verstorbenen Gouverneurs, und ihre Schwester Muk führten die lokalen Truppen in die Schlacht von Thalang und besiegten die feindlichen Truppen. Für diese Leistung erhielten sie die Ehrentitel Thao Thep Khasattri und Thao Si Sunthon vom König Rama I.

Im Zentrum von Phuket steht heute das Phuket Heroines Monument, das Heldinnendenkmal, das an die beiden Schwestern erinnert. Zudem findet jedes Jahr im März ein großes Fest zu Ehren der beiden Heldinnen statt.

Etwa 20 Jahre später waren die Burmesen aber erfolgreich und besetzten den nördlichen Teil der Insel, Thalang. Die meisten Einwohner flohen und die ehemalige Hauptstadt der Insel verlor ihren Einfluss.

Aufstieg von Phuket Town

Nachdem Thalang an Einfluss verloren hatte begann der Aufstieg von Phuket Stadt als Zentrum des Zinnhandels. Für die Arbeit in den Minen kamen sehr viele chinesische Immigranten aus der südchinesischen Provinz Fujian auf die Insel. Diese Neuankömmlinge veränderten den ethnischen Charakter von Phuket, was heute besonders in Phuket Town noch zu spüren ist. Besonders in der Inselhauptstadt finden sich viele chinesische Tempel, kleine Garküchen, die chinesisch geprägte Gerichte sevieren, wie Mi Hokkien, und auch das jährliche Vegetarian Festival ist ein chinesisches Fest.

1898 wurde Phuket Hauptstadt des Monthon Phuket, einer Verwaltungseinheit des Landes Siam zur damaligen Zeit. Neben Phuket Stadt  gehörten auch Thalang, Phang Nga, Takua Pha, Ranong und Krabi zu diesem Gebiet.

Als Hauptsstadt profierte Phuket natürlich im Besonderen Maße von dieser Ernennung.

Neben dem Handel mit Zinn profitierte Phuket auch von der Einführung von Kautschukbäumen aus Malaysia, die bald im großen Stil angebaut und verarbeitet wurden.

Der Aufschwung und Reichtum von Phuket zum Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts zeigt sich auch heute noch in den vielen Prachtbauten im sino-portugiesischen Stil, die in Phuket Town zu sehen sind und einzigartig in Thailand sind.

1933 wurde Phuket schliesslich zur eigenständigen Provinz ernannte, wie wir sie heute kennen.

Das Ende des Zinnboom und der Beginn des Tourismus

Anfang der 1980 Jahre fielen die Preise für Zinn und die Ressourcen waren langsam aber sicher ausgeschöpft. Da traf es sich gut, dass die Insel immer mehr von Reisenden aus aller Welt entdeckt wurde. Seit dem folgte eine rasender Aufstieg der Insel zur Touristenhochburg, die heute von etwa 2 Millionen Touristen pro Jahr besucht wird.

Mit dem Tourismus begann der (unkontrollierte) Ausbau bestimmter Orte, mit steigenden Landpreisen und den üblichen Problem von Orten mit schneller touristischer Entwicklung. Und dennoch gibt es auf Phuket noch ruhige Ecken.

Ganz besonders gibt es aber noch immer die Möglichkeit die Spuren der Vergangenheit aufzuspüren:

1. Phuket Heroines Monument
Das Heldinnen Denkmal im Zentrum von Phuket
2. Das Phuket Zinnmuseum (Tin Mining Museum)
3. Thalang National Museum
4. Old Phuket Town
Die Altstadt von Phuket Town mit zahlreichen historischen Gebäuden, chinesischen Schreinen und lokaler Kultur
5. Khao Rang Hill in Phuket Town
Statue des Gouverneurs, der die Kautschukbäume nach Phuket brahcte und Ausblick auf die Stadt

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