Hilfe für Phuket´s Strassenhunde

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Nach all dem Fokus auf die Veröffentlichung meines neuen Reiseführers in der letzten Woche ist es jetzt endlich wieder an der Zeit Normalität auf dem Blog einkehren zu lassen. Wir widmen uns also wieder anderen Themen. Den Anfang macht heute ein Gastbeitrag über eine sehr tolle Organisation, die sich um Strassenhunde auf Phuket und Thailand kümmert.

Los geht´s!

Phuket hat, wie jedes bewohnte Eiland in Asien, ein kleines Problem mit den herrenlosen Hunden. Fast alle dieser Vierbeiner sind aber recht friedlich und eine besondere Gefahr stellen diese Tiere nicht dar. Sie schlafen nicht selten in Bauruinen oder unter freiem Himmel im Dickicht der Bepflanzungen. Den Resorteigentümern sind diese Hunde ein Dorn im Auge, denn gelegentlich beschweren sich Hundehasser über deren schiere Präsenz.

Sind das wilde Hunde?

Nein, nicht im biologischen Sinne. Die vertretenen Rassen und Hunderassenmischungen umfassen ein breites Spektrum. Ein Großteil der Hunde hat keinen Besitzer, aber sie sind Menschennähe gewohnt. Die Ansiedlungen der Menschen versprechen Abfallberge und somit benötigtes Futter. Daher ist deren Konzentration in unmittelbarer Umgebung der Menschen in Thailand ein Normalfall. Hier ist ein karges Leben für die Tiere auch in der Nebensaison noch möglich.

Aus der Hundeperspektive erklärt:

Etliche Hunde hatten einmal ein besseres Leben und ein Herrchen oder Frauchen, welches sich mehr oder weniger liebevoll um sie kümmerte. Sie lebten auf einem Grundstück mit dem Wohnhaus des Besitzers und zum Teil sogar mit im Haus. Andere Vierbeiner erblickten das Licht der Welt in einem Tempelgelände, einem Fabrikshof oder hinter einer wilden Müllkippe im Gebüsch. Als Welpen meist vielgeliebt und geherzt, wähnten die Hunde sich in völliger Sicherheit und taten ihr Bestes, um sich diesen Status zu erhalten. Alle herrenlosen Hunde und die von ihren Besitzern verstoßenen Tiere, dürfen dem Genre der „Soidogs“ zugerechnet werden. Eine Rassenunterteilung gibt es nicht, alle sind hier nur Hund.

Warum finden sich auch Rassehunde darunter?

Einzelschicksale der betroffenen Tiere sind schwer zu rekonstruieren. In den meisten Fällen sind die vormaligen Besitzer wohl verzogen oder verstorben. Manchmal hat sich die anfängliche Sympathie für niedliche Welpen aber auch geändert, wenn das Haustier einfach nur größer wurde. Wer ausgesetzt wurde, dem spielte die vermutlich schöne Zeit in menschlicher Obhut nun einen Streich. Nun musste Futter gefunden werden und Wasser zum trinken war auch außerhalb der Rainy Season nicht gerade einfach zu finden. Die domestizierteren Hunderassen hatten Pech, wenn sie kleinwüchsig waren, sie konnten in einem Soidogrudel nur untere Sprossen auf der Rudelleiter bekleiden und mussten oft ihren Mangel an Körpergröße mit Unterwürfigkeit kompensieren. Größere Vertreter der Hundearten hatten es da einfacher, aber ihr Körper verlangte auch erheblich größere Futtermengen.

Tierpsychologische Sonderfälle zuhauf

Den Liebesentzug der Vorbesitzer zu verschmerzen, dass ist für keinen Hund leicht. Der tägliche Kampf um das nackte Überleben gerät in den Vordergrund. Verletzungen durch Kämpfe mit überlegenen Hunden oder den Straßenverkehr, sind eine alltägliche Gefahr für Soidogs. Unbehandelte Verletzungen können zu chronischen Deformationen oder weiteren Infektionen führen.

Tut denn jemand etwas für die Tiere?

Ja, es gibt die Soidog Foundation, eine eingetragen Non-Profit Organisation auf Phuket (attestierte Gemeinnützigkeit), welche sich dem Wohl des Hundebestandes auf der Insel kümmert. Mit sehr viel Engagement in Sozialen Medien und der Lokalpresse im Verbund, bemüht sich diese Organisation um die Belange der Soidogs. Es werden Sterilisationsmaßnahmen koordiniert und ein Sponsoring bedürftiger Hunde arrangiert. Die Foundation finanziert die Tierarztkosten und Aufwendungen für Futtermittel ausschleßlich aus den Spendengeldern der Tierfreunde.

 Über den Autor:

lebt seit vielen Jahren in Thailand und schreibt regelmässig für verschiedene Seiten mit und ohne Thailand-Bezug.(auf Phuketastic z.B. diesen Beitrag) Als Tier- und Hundefreund liegt ihm das Wohl von Strassenhunden am Herzen, weshalb er die hervorragende Arbeit der Soidog Foundation unterstützt.

Grossbrand in Phuket – Supercheap Supermarkt komplett ausgebrannt

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UPDATE 21.10.2013
Der Bericht auf dieser Seite entstand am Morgen nach dem Brand aus den Eindrücken, die ich vor Ort gewinnen konnten und den ersten Berichten der diversen Zeitungen. Ich werde diesen Bericht so stehen lassen und die heutige Situation kurz beschreiben.

Bis heute gibt es keine offiziellen Bestätigungen von Toten oder gar Verletzten. Dass es keine Verletzten gegeben haben soll ist etwas seltsam, da ja bereits von Anfang an berichtet wurde, dass Verletzte im Vachira Hospital behandelt werden.

Die zwei als vermisst gemeldeten Personen wurden mittlerweile gefunden.

Nach den ersten Berichten scheint es unglaublich, dass keine Menschen zu schaden kamen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es auch weiterhin Gerüchte gibt nach denen die wahre Zahl der Todesopfer niemals bekannt gegeben wird. Dies insbesondere deshalb, weil im Supercheap hunderte von illegalen burmesischen Arbeitern beschäftigt waren.

Ich habe meine private Meinung zu diesen Gerüchten werde mich aber nicht weiter an den Spekulationen beteiligen…

Supercheap war mit 620 Millionen Thaibaht versichert. Ob und wieviel von dieser Summe ausbezahlt wird muss er noch überprüft werden. Die abgebrannte Fläche ist derzeit komplett abgesperrt und wird untersucht. Die Aufräumarbeiten haben ebenfalls begonnen.

Mittlerweile ist auf einer Fläche in der Nähe des Supercheap Geländes übergangsweise ein Markt entstanden. Dort verkaufen Mitarbeiter des Supercheaps Waren die täglich mit mehreren LKW Ladungen aus anderen Provinzen herangekarrt werden.

Somit geht das Leben weiter, die Mitarbeiter haben zumindest teilweise wieder Beschäftigung gefunden und die Bevölkerung hat auch weiterhin die Möglichkeit günstig einzukaufen. Wenn auch vorerst ohne festes Dach.

Bei einem Grossbrand letzte Nacht ist der Supercheap Supermarkt in Phuket komplett ausgebrannt. Als das Feuer ausbrach befanden sich nach ersten Berichten über 1000 Personen im Gebäude. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine bestätigten Informationen über Todesopfer.

Der Supercheap Supermarkt auf Phuket ist/war einer der bekanntesten Märkte der Insel, in dem insbesondere die ärmere Bevölkerung und viele burmesische Wanderarbeiter Lebensmittel und Haushaltswaren einkauften. Der Markt war bekannt für sein riesiges Sortiment aller nur denkbaren Waren und den unglaublich günstigen Preisen.Hier ein Bericht mit Fotos vom Supercheap von April 2013.

Es geht das Gerücht, das Angestellte die Türen verriegelten

Der Brand brach nach ersten Berichten englischer Zeitungen (hier PhuketNews, Phuket Gazette und Phuketwan) gegen 21.40 Uhr gestern abend (16.10.2013) aus. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich wohl über 1000 Angestellte und eine bisher unbekannte Anzahl von Kunden im Gebäude.

Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Es wird vermutet, dass es einen Kurzschluss gegeben habe, der auf Feuerwerkskörper und/oder flüssiges Gas übergriff. Dadurch kam es zu kleineren Explosionen, wodurch sich das Feuer in alle Richtungen ausbreitete.

Da das Gebäude hauptsächlich aus Holz und Wellblech bestand und bis in die letzten Winkel mit (leicht brennbaren) Waren gefüllt war breitete sich das Feuer extrem schnell aus.

Sprinkleranlagen, Feuerlöscher oder ein Feueralarm waren nicht vorhanden. Ebenso wenig wie markierte Notausgänge. Selbst ohne einen Brand war der Supercheap bereits ein Labyrinth, dessen Ausgang nicht auf Anhieb zu finden war. Im Falle einer Panik ausgelöst durch einen Brand umso fataler.

Nach einem Augenzeugenbericht auf Thai versuchten Angestellte des Supermarkts die Eingangstore zu verriegeln aus Angst die fliehenden Menschen könnten Waren stehlen.

Hier der Bericht auf Thai und meine Übersetzung darunter.

supercheap brand phuket augenzeugen bericht

„Ich unterhalte mich gerade mit einem Freund meines Vaters, der gerade beim Einkaufen im Supercheap war, als das Feuer ausbrach. Er war einer der ersten der den Rauch und die Flammen sah. Er versuchte ruhig(ohne Panik) aus dem Gebäude zu kommen. (Als) die Leute fingen an Feuer,Feuer zu schreien gab es Chaos. Das Feuer kam aus der Richtung der Zone in der Plastiktüten und Styroporboxen verkauft werden. Als die Angestellten merkten, dass es brennt versuchten sie die Eingangstüren mit den Eisentoren zu verschliessen aus Angst die fliehenden Menschen könnten Waren stehlen. Dadurch wurden sehr viele Menschen eingeschlossen. Der Freund meines Vaters geht deshalb davon aus, dass sehr viele Menschen gestorben sind. Dies Geschichte ist die Wahrheit! Er steht jetzt immer noch unter Schock. Das wichtigste(Detail) war, dass es keinen Feueralarm gab, um die Leute zu warnen und dass die Angestellten die Tore verschlossen, um die Leute am fliehen zu hindern. Danke fürs Lesen.“

Da kann man nur hoffen, dass dieser Bericht nicht der (ganzen) Wahrheit entspricht und die Menschen nicht wirklich eingeschlossen wurden!!

Was ich mir persönlich eher vorstellen kann ist, dass die Tore zumindest teilweise bereits geschlossen waren, da es kurz vor Ladenschluss um 22.00 Uhr war.

Bilder und Videos vom Brand im Supercheap

Der Brand war immens und entwickelte eine schwarze Rauchwolke, die nach Schätzungen bis in 5-10km Höhe aufstieg. Das Feuer und der Rauch waren über weite Teile Phukets zu sehen.

supercheap grossbrand phuket thailandFoto von The Phuket News

brand supercheap fuer bild Der Brand weithin sichtbar, Foto von https://twitter.com/Ekbodinpasopon/

 

Der Supercheap am Morgen danach – erste Bilder und Videos

Um mir selbst ein Bild von der Lage vor Ort zu machen fuhr ich heute morgen zum Supercheap. Schon von weitem war die immer noch extreme Rauchwolke über der Brandstelle zu sehen.

Die folgenden Bilder geben einen Eindruck von der Zerstörung. Vom Supercheap ist ausser dem Eingang nichts übrig geblieben. An einigen Stellen war das Feuer immer noch am Lodern.

supercheap brand phuket 1

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Wie auf den Bildern zu sehen ist der Supercheap komplett ausgebrannt. Das Feuer war heute morgen in weiten Teilen unter Kontrolle und es bestand keine Gefahr mehr für benachbarte Gebäude. Dennoch gehen die Löscharbeiten auch heute noch weiter.

Der Schaden ist immens

Bisher gibt es noch keine bestätigten Angaben über Todesopfer oder Verletzte. Nach ersten Aussagen von Polizeisprechern geht man aber von mehreren hundert aus.

UPDATE 18.10.: Die Aussagen zu Todesopfern wurden bisher von keiner offiziellen Seite bestätigt. Offiziell heisst es, dass es keine Verletzten und Toten gäbe. Aus Kreisen von burmesischen Angestellten und Angehörigen heisst es aber weiterhin, dass mind. 100 Menschen ums Leben gekommen wären.

Aber auch der materielle Schaden ist immens. Neben dem Supercheap fielen auch einige benachbarte Geschäfte und geparkte Autos den Flammen zum Opfer. Der Schaden wird auf mehrere 100 Millionen Baht geschätzt.

Unabhängig vom direkten materiellen Schaden hat die Zerstörung des Phuket Supercheap Markts aber auch einen direkten Einfluss auf weite Teile der weniger gut gestellten Bewohner Phukets. Denn der Supercheap war nicht nur ein grosser Arbeitgeber, sondern auch der Ort an dem tausende von Menschen ihren täglichen Bedarf sehr günstig decken konnten. Unzählige Garküchen, Guesthäuser und kleine private Supermärkte kauften hier ihre Waren ein. Ohne Supercheap müssen sie sich jetzt nach neuen Einkaufsmöglichkeiten umsehen.

Auch für Khao Lak wird die Zerstörung des Supercheap drastische Auswirkungen haben. Schätzungen zufolge wurden täglich etwa 40 LKW Ladungen Ware nach Khao Lak geliefert.

Wir berichten hier weiter, sobald es Neuigkeiten zum Grossbrand im Supercheap Phuket gibt und hoffen, dass die Gerüchte bzgl. der eingeschlossenen Menschen nicht stimmen.

 

Die Seezigeuner von Ko Sirae

seezigeuner dorf phuket

Phukets Seezigeuner in Rawai und auf Ko Sirae

Auf Phuket gibt es drei Siedlungen von Seezigeunern: In Rawai, in Sapan Hin und auf Ko Sirae. Außerhalb von Phuket gibt es diverse andere Orte und Inseln, auf denen Seezigeuner leben, so auf Ko Phi Phi, Ko Lanta und an der Küste zwischen Takua Pa und Ranong. Ein weiteres Dorf befindet sich auf den Surin-Inseln, das ich noch aus meinen Zeiten als Tauchguide kenne, aber seit 2007 nicht mehr besucht habe. Auf diesem Blog gibt es einen etwas aktuelleren Bericht.

Die Siedlung der Chao Le

Das Dorf liegt nördlich von Phuket Town auf der Halbinsel Ko Sirae. Diese ist kaum erschlossen und lohnt sich für einen kleinen Abstecher, auch in Verbindung mit einem Besuch des Phuket Sunshine Village. Ko Sirae ist ab Phuket Town ausgeschildert, einfach den Schildern Richtung Rassada Pier/Ko Siray folgen. Über eine kleine Brücke erreicht man die Insel. Dann den Schildern Richtung Laem Tukkae folgen.


Seezigeuner Dorf – Koh Sirae Phuket auf einer größeren Karte anzeigen

Die Siedlung liegt entlang des Strandes und hat eine nicht asphaltierte Hauptstrasse in der Mitte des Dorfes. Links und rechts von dieser Hauptsstrasse befinden sich die Häuser, die meist einfache Holzgebäude mit Wellblechwänden und Dächern sind.

dorf der urak lawoi moken phukethaus der seezigeuner

Die Einwohner gehen ihrer täglichen Arbeit nach, reparieren Reusen, flicken Netze oder dösen einfach im Schatten vor sich hin. Hier ticken die Uhren noch anders.

seezigeuner phuket thailand

seezigeuner arbeitet phuket thailand

Der Dorfvorsteher Manik gibt einen Einblick in die Geschichte der Seezigeuner

Bei unserem Besuch des Dorfes stießen wir durch Zufall auf den Puyai Baan, den Dorfchef, der gerade kleine Schiffsmodell baute. Wir kamen ins Gespräch(auf Thai, denn er spricht kein Englisch) und er gab einen  wunderbaren Einblick in die Lebensweise der Seezigeuner:

dorfchef der urak lawoi

Moken, Urak Lawoi, Chao Le

Die in Thailand ansässigen Seezigeuner sind unterschiedliche Minderheiten. Von den Thai werden sie Chao Nam genannt(Wasservolk) auf Südthai Chao Le (Le ist südthai für Thalee, was mehr Meer bedeutet). Sie selbst wollen aber nicht so genannt werden, sondern lieber mit ihrem Stammesnamen.

Je nach Region leben in Thailand verschiedene Stämme. Auf Surin und den burmesischen Insel des Mergui Archipel sind es die Moken, auf Phuket, Koh Lanta und im Tarutao Nationalpark sind es v.a. die Urak Lawoi.

Die Moken und Urak Lawoi unterschieden sich in ihrer Sprache und Lebensform.

Während die Moken nomadisch auf ihren Booten lebten und erst durch die Regierungen gezwungen wurden sesshaft zu werden, hatten die Urak Lawoi schon immer feste Buchten.

Mehrwöchige Fischtouren der Urak Lawoi

Die Urak Lawoi Männer brachen mit ihren Booten zu mehrwöchigen Touren auf. Dabei lebten 4-6 Männer gemeinsam auf den kleinen Booten und ruderten bis hinauf zum Mergui Archipel. Eine Entfernung von knapp 300km einfach!

boot der urak lawoi seezigeuner

Auch heute noch leben die Urak Lawoi hauptsächlich vom Fischfang, fahren aber nicht mehr so weit. Sie nutzen dabei auch Tauchausrüstung, meist mit Luftversorgung von der Oberfläche, um Krabben und Langusten zu fangen, oder zu harpunieren.

Früher wurden die Luft noch von Hand in die Tiefe gepumpt, was nicht selten tödlich endete. Heute benutzen sie Kompressoren auf den Booten. Dennoch bleibt diese Art des Fischfangs gefährlich. Im Dorf sind einige Taucher zu sehen, die von den Folgen der Dekompressionskrankheit Lähmungen haben.

Der Dorfchef erzählte mir, dass die Taucher auf bis zu 50m Tiefe tauchten und bis zu einer Stunde unter Wasser blieben. Vor einigen Jahren erhielten sie dann eine Tauchausbildung von einem amerikanischen Tauchlehrer. Seitdem sind die Tauchunfälle drastisch zurückgegangen.

Eine uralte Kultur, die vom Aussterben bedroht ist

Manik, der Dorfchef, versucht die Lebensweise seiner Vorfahren zu erhalten und diese an seine Kinder und Enkel weiter zu geben. Aber nicht mehr alle Kinder im Dorf sprechen die alte Sprache. Die jüngeren gehen aus dem Dorf weg, um woanders Arbeit zu suchen. Mit seinen Modellen der traditionellen Boote, die er komplett von Hand baut, verdient er sich etwas Geld dazu und gibt den Besuchern seines Dorfes ein Stück der alten Zeit mit in die weite Welt.

Ich habe hier einen faszinierenden Einblick in die Kultur dieses uralten Stammes erhalten und habe mir fest vorgenommen wieder zu kommen und noch mehr über die Urak Lawoi zu lernen.

Warum nur Sextouristen in Thailand Urlaub machen! aka Phuket ist nicht Thailand!

ao sane phuket strand

In regelmässigen Abständen höre ich die Aussage: Phuket ist nicht Thailand!

Als Bayer kann ich das irgendwie verstehen. Wir kommen ja auch nur aus der Nähe von Deutschland:)

Aber, um ganz ehrlich zu sein, rege ich mich doch jedes Mal gewaltig darüber auf. Vielleicht bin ich verblendet, weil ich Phuket als meine Heimat ins Herz geschlossen habe, seit ich vor 9 Jahren dorthin ausgewandert bin. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich ein Leben auf Phuket führe, das relativ wenig mit den touristischen Hochburgen der Insel zu tun hat.

Wahrscheinlich liegt es aber daran, dass ich pauschale Aussagen ganz einfach nicht leiden kann.

Wer nach Thailand fliegt, der ist ein Sextourist

Als ich 2004 beschloss nach Thailand, genauer gesagt nach Phuket zu ziehen, wurden viele Sprüche geklopft. Die Propaganda-Maschinerie von Bild und RTL2 hatten zu diesem Zeitpunkt ganze Arbeit geleistet. Und wenn es im Fernsehen kommt, dann muss es ja stimmen.

Und auch wenn ich zugegebenermassen, zumindest in meinen Anfangsjahren, die lokale Damenwelt sehr gut kennengelernt habe, so war dies nie mein Hauptgrund, um nach Thailand zu gehen oder dort zu leben.

Thailand ist nicht nur Sextourismus, sondern sehr viel mehr. Wer das Niveau von Sendungen, wie „Mit dem Bumbsbomer zum grössten Puff der Welt“ hinter sich lässt, der entdeckt ganz andere Seiten von Thailand. Aber das wissen wohl die allermeisten Leser bereits.

Ganz ähnlich verhält es sich aber auch mit Phuket.

Die größte Insel Thailands ist ganz klar auch die touristisch am stärksten erschlossene und am meisten besuchte. Mit mehreren Millionen Besuchern pro Jahr, hunderten von Hotelanlagen und einer ganzen Armada von auf Touristen ausgerichteten Dienstleistern, wie Tauchschulen, Schneidern, Shows und Ausflugsangeboten liegt der Fokus weiter Teile der Insel auf Tourismus.

thailand rast am meer

Aber das ist nur eine Seite der Insel. Denn abseits aller Touristen gibt es auch hier Menschen, die einfach normal leben. Normalen Jobs nachgehen. Restaurants und Supermärkte in denen fast ausschließlich Einheimische verkehren.
Neben den bekannten Tempel, wie dem Wat Chalong und dem Big Buddha gibt es unzählige kleinere Schreine und Tempel, in die sich kein Ausländer hin verirrt.

Phuket nur auf den Tourismus und die Probleme, die er mit sich bringt zu reduzieren ist falsch.

Wer so einseitig denkt, der müsste im Umkehrschluss auch jeden Thailandurlauber automatisch für einen Sextouristen halten.

Natürlich ist Thailand nicht Phuket – genausowenig, wie Bangkok, Chiang Mai oder Mukdahan

Jeder Teil von Thailand hat seine Eigenarten. Jede Region ist letztlich für sich genommen vollkommen anders als der Rest des Landes. Ein Südthai hat grundsätzlich soviel mit einem Isaan-Thai gemeinsam, wie ein Hamburger mit einem Niederbayern. Sie leben im gleichen Land, aber die Mentalität, Lebensweise und vor allem die Sprache sind doch sehr anders.

Aber, die Aussage bezieht sich ja meist eher darauf, dass Phuket der ländliche, ursprüngliche Charakter verloren gegangen ist. Dazu muss aber gesagt werden, dass Phuket auf Grund des Zinnabbaus bereits früh zu Reichtum kam und nie so richtig ländlich war, wie die Reisanbaugebiete, in Zentral-, Nord- und Nordostthailand.

Natürlich ist Phuket keine Provinz der Bauern und des geruhsamen Landlebens. Und natürlich sind viele Strände erschlossen. Aber das ist ja nicht automatisch etwas schlechtes. Es hat auch positive Seiten für viele Urlauber und Einheimische. Nicht jeder Urlauber braucht einen einsamen Strand. Viele Einheimische haben vom Aufschwung durch den Tourismus profitiert. Im Übrigen gilt das gleiche auch für sehr viele Farangs.

Es hängt immer von der Erwartungshaltung ab. Doch dazu später mehr. Vorher erlaube ich mir noch einige Kommentare zu den typischen Behauptungen über Phuket.(wie auch in diesem Artikel bereits getan.)

Phuket ist total überteuert und überhaupt wird man nur abgezockt

Vor drei Wochen war ich auf einer Messe in Frankfurt. Für mein 6m2 kleines Zimmer, dass normalerweise 49€ die Nacht kostet zahlte ich während der Messetage 270€ die Nacht! Zimmer im Marriott direkt an der Messe über 1500€ für ein Standard Einzelzimmer. Ist das Abzocke!? Ist Frankfurt Deutschland?

Auf Phuket bekomme ich 4-5 Sterne Hotels noch immer für unter 100€ die Nacht. Ja, Phuket ist im Vergleich zu vielen anderen Gegenden Thailands teuer geworden. Das ist aber eine Entwicklung, die in stark nachgefragten Regionen vollkommen normal ist.

Wer sich außerhalb der Touristengebiete Phuket´s bewegt zahlt immer noch 30-40 Baht für eine Nudelsuppe, 30 Baht für einen Teller Reis mit Curry in einer Garküche. Letztens habe ich eine Flasche Wasser bei den Sea Gypsies für 8 Baht an einem Straßenstand gekauft!

garküche in phuket thailand

Wenn ich in ein Restaurant gehe, das speziell für Touristen gemacht wurde dann brauche ich mich auch nicht wundern, wenn ich entsprechende Preise bezahle. Das ist überall auf der Welt das gleiche.

Zum Thema Abzocke:

Ganz klar, gibt es Betrüger, es gibt die Tuk-Tuk Mafia, es gibt die Jetski-Verleiher, es gibt unterschiedliche Preise für Thais und für Farangs.

ABER: vieles davon gibt es in anderen Teilen von Thailand auch. Immer, wenn Menschen, mit (vergleichsweise) viel Geld auf Menschen mit wenig Geld treffen, dann gibt es Versuche diese davon zu trennen. Das ist kein Phuket-spezifisches Problem.

Was macht denn die deutsche Bundesregierung mit allergrößter Vorliebe: Steuern erhöhen und umverteilen….

Der Verkehr auf Phuket ist so schlimm geworden

Stimmt, der Straßenverkehr hat deutlich zugenommen. Aber das ist überall in Thailand so. Auf einer Insel, wie Phuket, die noch dazu eine mäßige Infrastruktur hat, fällt das natürlich schnell auf. Besonders auch, wenn man es von früher kennt.
Aber das ist kein Phuket spezifisches Problem. Vor ein paar Wochen war ich in Nakhon Sri Thammarat: einer Provinzhauptstadt, in der weniger als 50 Westler leben und es kaum ausländische Touristen gibt. Der Verkehr war um ein vielfaches schlimmer als in Phuket. Für wenige hundert Meter 20 Minuten Fahrtzeit und mehr!

Phuket wird so zugebaut – es gibt überhaupt keine Natur mehr

Gebaut wird auf Phuket sehr viel. Aber das trifft auf den Rest von Thailand ebenfalls zu. Wer einmal einen der vielen Hügel von Phuket besteigt, wie etwa den höchsten Punkt von Phuket, der wird feststellen, dass es immer noch riesige Flächen von grünen, bewaldeten Stellen gibt. Einer der ersten Eindrücke, den die meisten Menschen haben, wenn sie vom Flughafen losfahren ist, wie grün es auf Phuket ist.

Noch immer gibt es Urwald im Khao Phra Taew Nationalpark, es gibt das weitgehend unverbaute Koh Sirae, und die bewaldeten Hügel überall auf der Insel.

Auf Phuket dreht sich alles nur um Geld

Wer das als Grund anführt, warum Phuket sich grundsätzlich von anderen Teilen Thailands unterscheiden sollte, der war noch nie am Siam Square in Bangkok, dem Zentrum des Kommerz.

Überhaupt, ist es leicht aus der Sicht eines reichen Europäers darüber zu urteilen, dass ein Land materialistisch orientiert ist. Da kommen Leute für zwei Wochen eingeflogen, geben teilweise ein durchschnittliches, thailändisches Jahresgehalt aus, tragen ihre digitalen Spiegelreflexkameras* vor sich her, telefonieren mit iPhones und spielen auf ihren iPads und regen sich dann auf, dass die Thais doch so materialistisch veranlagt wären und sich alles nur ums Geld drehen würde!

Ist es nicht normal, dass diese Leute ebenfalls ein Anrecht darauf haben, die gleichen Dinge zu besitzen wie die Menschen im Westen?

Thailand ist nunmal ein Schwellenland und Phuket eine Region, die sich stark entwickelt

Ich denke, man muss einfach die Tatsache akzeptieren, dass Thailand ein Schwellenland ist. Ein Land, in dem vieles im Umbruch ist. Gleiches gilt für Phuket. Durch die Korruption und die, wie weltweit, unfähigen Politiker gibt es unzählige Probleme, die sich negativ auf die Insel auswirken.

Natürlich kann ich verstehen, dass viele von Phuket enttäuscht sind, die mit der Vorstellung von der einsamen Insel kommen und außer dem überfüllten Strand von Patong nichts sehen.

Aber letztlich hängt es doch immer von zwei Dingen ab:

1. Welche Erwartung und Einstellung habe ich

und

2. Mache ich mir die Mühe und suche nach der anderen Seite

Und für beides möchte ich mit meinem Blog etwas beitragen. Ich bin der Meinung, dass man wissen sollte, dass Phuket Schattenseiten hat, dass diese aber gleichzeitig nur ein Teil vom ganzen sind. Weiterhin möchte ich lohnenswerte Ziele vorstellen, die die andere Seite von Phuket zeigen. Die Seite, die mich bis heute fasziniert und mich darin bestärkt:

Phuket ist nicht repräsentativ für Thailand, aber Phuket bietet weiterhin sehr viel Thailand. Es hängt eben ganz davon ab, wonach man sucht.

Was hältst Du von der Diskussion? Ist Phuket Thailand? Wurdest Du auf Phuket positiv überrascht? Oder negativ? Lass uns an Deinen Erfahrungen teilhaben!

 

 

Thailand pur – Einkaufen im Supercheap Supermarkt

Supercheap Supermarkt Phuket TownKein Ausflugsziel. Kein Ort für Touristen. Eigentlich auch kein Ort für die meisten der auf Phuket lebenden Ausländer. Und auch kein Ort für Menschen mit schwachen Nerven und Kreisläufen.

Dafür ganz einfach: Echtes Thailand!

Supercheap ist ein Supermarkt, bei dem der Name Programm ist. Hier ist wirklich alles billiger. Eine Art Grosshandelsmarkt für Jedermann. Vor allem für Thais. Viele der kleinen Tante Emma Läden kaufen hier ihre Ware ein, um sie dann mit ein paar Baht Aufschlag weiterzuverkaufen.

Um die günstigen Preise zu erzielen wird nicht nur in grossen Mengen eingekauft, sondern auch an allen Ecken gespart:

Das Gebäude ist eine einfache Stahlkonstruktion mit Wellblechdach. Es gibt mit wenigen Ausnahmen keine klimatisierten Bereiche. Und fast alle Angestellten sind billige Arbeitskräfte aus Burma.

Hier gibt es alles zu kaufen: Lebensmittel, Medikamente, Aquarienfische, Elektronik, Baumaterial

In den vergangenenen Jahren war ich immer wieder hier im Supercheap um einzukaufen. Diesmal wollte ich unbedingt die Kamera mitnehmen um ein paar Eindrücke einzufangen. Die unglaubliche Hitze und die unterschiedlichsten(teilweise abstossenden) Gerüche lassen sich leider nicht wiedergeben.

Das Besondere an diesem Laden ist, dass es wirklich nichts gibt, was es nicht gibt. Im folgenden deshalb einige Impressionen aus dem Supercheap Phuket. Aber Achtung, einige Bilder am Ende sind nichts für empfindliche Mägen….

billig einkaufen in phuket supercheap

Hochregale voll mit Waren. Der gesamte Laden ist bis unters Dach vollgepackt mit Verkaufsware. Beim ersten Besuch ist die Orientierung unglaublich schwer.

grosshandel markt phuket

Wer meint hier würde nur billiges, No-Name Zeug verkauft, der täuscht sich, denn im Supercheap gibt es ganz normale Produkte, wie in anderen Supermärkten auch, hier ein Regal Mentos.

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Wie gesagt hier gibt es alles. Die Abteilung mit Autozubehör ist nicht zu verachten. Besonders die Pflegemittel sind interessant. Hier habe ich schon deutsche Reinigungsmittel für Fahrzeuge für einen Bruchteil des Preises in Deutschland gefunden. Mit deutscher Beschriftung und Gebrauchsanweisung!

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Auch Baustellenzubehör und Geräte gibt es. Allerdings habe ich diese Mischer noch nie im Einsatz gesehen, meistens rühren die Arbeiter ihren Mörtel in Eimern an.

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Direkt daneben befindet sich die Zierfischabteilung. Hier gibt es eine grosse Auswahl an Süsswascherfischen zu kaufen. Neben „normalen“ Aquarienfischen gibt es auch eine grössere Auswahl Kampffische.

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Diese Kampffische werden immer einzeln gehalten und der Sichtkontakt von Glas zu Glas mit Papier getrennt. Entfernt man das Papier so greifen sich die Fische durch die Glasscheibe an. Werden zwei Fische ins gleiche Glas gesetzt so bekämpfen sie sich bis zum Tod. Darauf gibt es auch Wetten, da aber offiziell verboten sind.

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Etwas ganz besonderes ist auch die Lebensmittelabteilung. Sie ist nicht nur extrem gross, sondern auch sehr umfangreich bestückt. Nichts ist klimatisiert und es riecht mitunter doch recht streng, nach undefinierbaren Dingen.

getrockneter Fisch Thailand

Mehrere Laden voll mit diversen getrockneten Fischen…

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…getrocknete Chilies…

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… und Stapelweise Eier.

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Frische Fische gibt es sowohl auf Eis, als auch…

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…als noch Lebend im Wasserbecken.

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Das Personal der Fischhalle bei der Arbeit…

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…und hier die Metzger. Ohne Handschuhe. Das Fleisch wird mit der Tischkreissäge geteilt und dann in die Einkaufswägen gelegt, um zu den Auslagen gefahren zu werden. Immerhin seid einiger Zeit ist der Bereich klimatisiert. Bei meinem ersten Besuch hier vor 9 Jahren bin ich bei dem Gestank fast umgefallen.

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und so sieht die Auslage dann aus: hier Fisch

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…hier die Hühner..

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…und noch mehr. Schön noch mit Kopf und Krallen.

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…hier ein fachkundiger Käufer, der sich die besten Stücke aussucht. Spätestens jetzt weiss man warum die Metzger keine Handschuhe brauchen;-)

 Ganz sicher kein Ziel für Jedermann

Wer eine Woche auf Phuket am Strand liegen möchte, der braucht sich das nicht antun. Aber wer dann doch einmal sehen möchte, wo denn viele der auf Phuket lebenden Thais zum Einkaufen hingehen, wenn sie nicht gerade beim 7Eleven sind und zu dem etwas Abenteuerlustig veranlagt ist,  der wird hier Spass haben. Vorraussetzung ist, dass Hitze und penetrante Gerüche nichts ausmachen.

Der Supercheap ist nördlich von Phuket Town, in der Nähe der neuen Busstation und ist jedem Taxifahrer bekannt.